Weiterentwicklung von alternativen Verfahren zum Abbau von Mikroschadstoffen
Auf zwei repräsentativen Kläranlagen im Referenzgebiet (Kläranlage Echternach mit rund 20.000 angeschlossenen Einwohnerwerten und der Kläranlage Reisdorf/Wallendorf mit ca. 4.300 angeschlossenen Einwohnerwerten) werden im ersten Schritt Daten als Grundlage für die weiteren Untersuchungen erhoben (Betriebsparameter wie Aufenthaltszeiten, Schlammalter etc. aber auch Abbauleistung für relevante Stoffe; u.a. auch ausgewählte Mikroschadstoffe). Bei beiden Kläranlagen handelt es sich um sogenannte "Internationale Kläranlagen", die sowohl von luxemburgischen als auch von deutschen Kommunen Abwasser verarbeiten. Die Anlagen sind von ihrer Charakteristik her repräsentativ für zahlreiche Anlagen in der Großregion, so dass eine hohe Übertragbarkeit der Ergebnisse gewährleistet erscheint.
In einem ersten Arbeitsschritt werden im abwassertechnischen Labor der Universität Luxembourg Laboruntersuchungen mit Hilfe von Lysimetern durchgeführt. Die Lysimeter werden dabei mit unterschiedlichem Filtermaterial betrieben, und mit künstlichem Abwasser, welches unterschiedliche Konzentrationen an Mikroschadstoffen aufweist, beschickt. Neben der Wirksamkeit der bepflanzten Bodenfilter ("Spezialbodenfilter") bezüglich des Abbaus von ausgewählten Mikroschadstoffen wird auch das Abbaupotenzial der für die Sauer ebenfalls relevanten Parameter "Keimbelastung" und "Phosphor" untersucht.
Aufbauend auf den Erkenntnissen der Laborversuche werden dann labor- und halbtechnische Untersuchungen auf den Referenzanlagen durchgeführt. Der Schwerpunkt der Untersuchungen soll hierbei auf zwei Ansätzen liegen:
- Wirksamkeit der (bewachsenen) Bodenkörper mit speziellem Aufbau und Materialauswahl; ggf. mit integrierter Zwischenbelüftung.,
- Der Optimierung des Abbaupotenzials der kommunalen Kläranlagen bzgl. Mikroschadstoffe durch Einstellung optimaler Betriebsbedingungen.
- Gezielte Zugabe von Makrosubstraten (bspw. Maltose) zur Unterstützung der Bildung von Enzymen, die für den biologischen Abbau bestimmter Mikroschadstoffe verantwortlich sind.